gesellschaft pädiatrische pneumologie

Johannes Wenner

Prof. Dr. Johannes Wenner

Die Gründung der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie geht wesentlich zurück auf Prof. Dr. Johannes Wenner, erster Ordinarius der neugegründeten Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover.

Ihm zu Ehren wurde der mit 5.000 € dotierte Johannes-Wenner-Preis gestiftet, den die Gesellschaft alle zwei Jahre für herausragende wissenschaftliche Arbeiten junger Mitglieder der GPP vergibt.

Johannes Wenner wurde am 26. November 1922 in Bonn geboren. Er wuchs auf der Insel Usedom in Pommern auf. Im Sommersemester 1942 begann er das Medizinstudium an der Universität Berlin. Während des Krieges war er von 1941 bis 1945 im Sanitätsdienst eingesetzt. Im Juli 1950 legte er das medizinische Staatsexamen ab und wurde anschließend an den Physiologischen Instituten der Universitäten Kiel und Göttingen ausgebildet. 1955 begann er an der Universitätskinderklinik Gießen seine Ausbildung in der Kinderheilkunde, die er ab Oktober 1958 an der Universitätskinderklinik in Bonn fortsetzte. Dort habilitierte er sich im Jahr 1961 mit einer Arbeit über die Sauerstoffversorgung des Gehirns im Säuglingsalter für das Fach Kinderheilkunde. 1967 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt und erhielt im August 1968 den Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für Kinderheilkunde an der Medizinischen Hochschule Hannover.

In Hannover war Professor Wenner maßgeblich an der Planung und dem Aufbau der Kinderklinik der MHH beteiligt, deren erster Bauabschnitt im Oktober 1971 fertiggestellt wurde. Innerhalb der Kinderklinik baute er eine Spezialabteilung für Pädiatrische Pneumologie auf, die inzwischen einen führenden Ruf im In- und Aus land erlangt hat. Seinem intensiven Einfluß bei der Errichtung weiterer Spezialabteilungen wie der Kinderchirurgischen Kiinik, der Abteilung für Nieren- und Stoffwechselerkrankungen sowie für Herzerkrankungen ist es zu verdanken, daß das "Zentrum für Kinderheilkunde", wie es nach dem Niedersächsischen Hochschulgesetz heißt, vollendet wurde.

Das wissenschaftliche Hauptinteresse Professor Wenners galt Fragen der Atmungsphysiologie im Kindesalter. So befaßte er sich ins besondere mit den Veränderungen des Säure-Basen-Haushaltes, der Sauerstoff-Transportfünktion des Blutes sowie den diagnostischen und therapeutischen Problemen der Hypoxie. Er veröffentlichte zahlreiche Arbeiten in nationalen und internationalen Zeitschriften über wissenschaftliche und praktische Fragen der pädiatrischen Pneumologie, vor allem über das Asthma im Kindesalter und die rezidivierenden Luftwegserkrankungen.

Es war das besondere Anliegen Professor Wenners, die Pädiatrische Pneumologie auf wissenschaftliche Fundamente zu stellen. Er war Gründungsmitglied sowie der erste Vorsitzende der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie und kann mit Recht als Begründer der Pädiatrischen Pneumologie in der Bundesrepublik Deutschland gelten. Professor Wenner pflegte eine intensive Kooperation mit Wissenschaftlern und Klinikern der europäischen Nachbarländer und war viele Jahre lang Mitglied der European Society for Pediatric Research sowie der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde.

Am 18. Mai 1979 verstarb Prof. Wenner im Alter von 57 Jahren, einen Tag vor Beginn der 1. Jahrestagung der GPP in Frankfurt.