Rückblick 35. Jahrestagung der GPP 2013 in Lübeck

„Eintracht im Innern, Frieden vor den Toren“

Kurzweiliger Kongress in der alten Hansestadt

Gesine Hansen, Christine Happle, Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Päd. Pneumologie, Allergologie und Neonatologie

 Die 35. Jahrestagung der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie im wunderschönen Lübeck war dank der exzellenten Vorbereitung von Tagungspräsident Prof. Matthias Kopp und Tagungssekretär PD Dr. Tobias Ankermann ein großer Erfolg! Diese erste GPP-Tagung in Schleswig-Holstein in den modernen Räumen der Universität zu Lübeck startete im Audimax, wo sich über 500 registrierte Tagungsteilnehmer trafen, um das Neueste aus der kinderpneumologischen Klinik und Forschung zu erfahren.

Volle Hörsäle

Bereits die Eröffnung im Audimax, gefolgt von der humorvollen Rede von Bodo Niggemann versprach einen kurzweiligen und interessanten Kongress. Quasi als Prolog polemisierte  Bodo Niggemann, Berlin, „honoris causa“ als „primus inter pares“ in unnachahmlicher Weise unter Verwendung lateinischer Sentenzen mit der und gegen die Verunstaltung von Sprache. So wussten nach dem Vortrag alle, welches Fachgebiet sie gemeinsam interessiert und nach Lübeck geführt hatte: nicht die Kinderpulmologie oder die Kinderpneumonologie, sondern die Kinderpneumologie.

Inhaltliche Schwerpunkte waren die „individualisierte Medizin in der Kinderpneumonologie“, das „Atemwegsepithel als Immunmodulator“ und „Lungenerkrankungen in unterschiedlichen Lebensphasen“. Viele wichtige Aspekte in der Diagnostik und Therapie der lungenkranken Kinder in Klinik und Praxis wie auch wissenschaftliche Highlights des vergangenen Jahres wurden in einem ausgewogenen Programm von zahlreichen engagierten Referenten in oft prall gefüllten Hörsälen vorgestellt.

„Lungenerkrankungen in unterschiedlichen Lebensphasen“ als roter Faden

In der „Grand Round“ am Samstag wurden klinische Perlen im großen Auditorium präsentiert. Bei diesem gut besuchten Teil des Kongresses wurden zehn interessante und lehrreiche Kasuistiken gezeigt. An allen Kongresstagen wurde zu den „Lungenerkrankungen in unterschiedlichen Lebensphasen“ berichtet, ein Thema das uns auch in der diesjährigen Jahrestagung in Bremen unter dem Motto „Transition – wenn das lungenkranke Kind erwachsen wird“ weiter beschäftigen wird.

„Wir brauchen die Herausforderung der jungen Generation, sonst würden uns die Füße einschlafen.“ Da hatte der berühmte Lübecker Willy Brandt recht, und so war einer der wichtigsten Bestandteile der GPP-Tagung in Lübeck wieder die große Ausstellung und Diskussion der Posterbeiträge des kinderpneumonologischen Nachwuchses.

Gut besuchtes Helferinnen-Seminar

Das erstmalig angebotene Seminar für medizinische Fachangestellte, in dem die Grundlagen der kinderpneumologischen Diagnostik praktisch vermittelt wurden, war gut besucht und sehr geschätzt. Es bot Fachangestellten aus Praxis und Klinik direkten Einblick in diagnostische Standards wie Lungenfunktion, Inhalationstechniken oder Hautpflege bei Atopie.

Klosterfrau Award 2013 für Dr. Daniel J. Jackson

Die Forschungspreise wurden am Freitag im Rahmen des Festakts, der diesmal im Zentrum des Kongresses am Freitagvormittag stattfand, von der GPP-Präsidentin übergeben. Der International Klosterfrau Award 2013 wurde an den Kinderarzt Dr. Daniel James Jackson aus Wisconsin/Oregon (USA) für seine Arbeiten zur Früherkennung von Atopie und allergischer Sensibilisierung vergeben. Dr. Jackson nahm den Preis in Lübeck persönlich entgegen und stellte seine Arbeit in einem kurzen, eindrucksvollen Vortrag dem großen Publikum vor.

Den Johannes-Wenner-Preis 2013 erhielt PD Dr. Bianca Schaub aus der LMU München. Bei dem Festakt gedachte die GPP in großer Dankbarkeit des verstorbenen Dr. Klaus Magdorf, der viele Jahrzehnte ein sehr wichtiges und geschätztes Mitglied der GPP war, dessen klinische Expertise und wunderbare Persönlichkeit für die Pädiatrische Pneumologie von unschätzbarem Wert waren. Prof. Ulrich Wahn (Berlin) stellte Dr. Magdorfs Leben und Wirken in einer Trauerrede sehr bewegend dar.

Gesellschaftsabend und Young Investigators Night

Der Gesellschaftsabend in rustikaler Bauernhofatmosphäre wurde mit viel Wein und Tanz zu einem weiteren Highlight der Tagung, bei dem sich alle Teilnehmer in entspannter und fröhlicher Atmosphäre austauschen konnten. Im „Blauen Engel“ trafen sich standesgemäß die jungen Kinderpneumonologen aus Forschung und Klinik, um gemeinsam die mittlerweile traditionell-legendäre Young Investigators Night zu begehen. Beim wissenschaftlichen „Speed-Dating“ auf der Bühne galt es, das Gegenüber beim Tête-à-tête von der Sinnhaftigkeit und Erotik des eigenen Forschungsgebiets zu überzeugen. Die Passion der jungen Forscher kam voll zum Einsatz, denn trotz hoher Erregungsschwelle der Dating-Partner versuchten die einzelnen Dating-Teilnehmer voller Herzblut – und teils mit eindeutig zweideutigen Angeboten – in kürzester Zeit die Einzigartigkeit ihres Projekts zu schildern. Die Veranstaltung im blauen Engel war ein voller Erfolg und zu später Stunde sollen auch „old investigators“, „old non investigators“ und der GPP-Vorstand im „Blauen Engel“ gesehen worden sein …

Sowohl der Tagungsort als auch die schöne Stadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, waren bei winterlichen Temperaturen ein optimaler Ort, um den Kongress und die gemeinsame Zeit zu genießen. Beim Rahmenprogramm konnten interessierte Teilnehmer Lübecker „Kunst- und Kirchengeschichten“ hören oder sich bei einer Führung durch den mittelalterlichen Stadtkern oder einer Schiffahrt auf Lübecks Kanälen von der alten Hansepracht bezaubern lassen.

 

Prof. Dr. med. Gesine Hansen, Dr. Christine Happle

Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Päd. Pneumologie, Allergologie und Neonatologie

Carl-Neuberg-Str. 1

30625 Hannover

 

35. Jahrestagung der GPP in Lübeck

Tagungspräsident 

Prof. Dr. med. Matthias Kopp
Universitäts-Kinderklinik
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Ratzeburger Allee 160, D-23538 Lübeck
Tel.: 0451-500-2959/2550
Fax: 0451-500-6064

 

Fotogalerie der Jahrestagung

(alle Bilder von Thomas Weisner)